Eurovision Song Contest 2021 – Wie der Phönix aus der Asche
Quelle: LBC

Eurovision Song Contest 2021 – Wie der Phönix aus der Asche

Wer diese Überschrift versteht und gleich einen dramatischen Ohrwurm von „Rise Like a Phoenix“ hat, ist ESC-Fan und darf den Ohrwurm genießen. Alle anderen werden es nach diesem Artikel und spätestens dem Finale des diesjährigen Eurovision Song Contests sein, denn der steigt auf – wie der Phönix aus der Asche.

Nachdem die ESC-Gemeinde mit dem pandemiebedingten Ausfall 2020 ein schwarzes Jahr hinter sich hatte (die Pandemie kam ja zum Ausfall des Contests auch noch dazu) haben sämtliche Musikproduzierende des Kontinents – sowie Australiens und Israels – die Zeit genutzt. 2021 ist ein starkes Jahr und mehrere Länder haben Chancen auf den Sieg. Nur am Rande: Dem deutschen Beitrag werden nicht einmal Außenseiter-Chancen eingeräumt. Schade, aber zu erwarten. Mehr Kritik (selbstredend nur negative) zum deutschen Beitrag gibt es auch in der aktuellen Episode  „ESC – Der Gewinner sitzt auf dem Bagger“ des Podcasts „Hello Again“.

Der Eurovision Song Contest – Weintrinkerinnen- und Trinker, die nicht im untersten Regal schauen, sagen auch Grand Prix – findet dieses Jahr in Rotterdam statt, nachdem Duncan Laurence 2019 den Sieg in Tel Aviv für die Niederlande holte. 39 Songs wurden eingereicht und 26 davon dürfen im Finale am 22. Mai auf den Sieg hoffen. Davor wird in den zwei Halbfinals aussortiert. Schafft Deutschland es also vielleicht gar nicht in das Finale? Doch. Die Big Five – das sind die größten Geldgeberländer des Contests – dürfen – egal, wie der Song ankommt – im Finale antreten. Dazu gehören das Vereinigte Königreich, Frankreich, Spanien, Italien und eben auch Deutschland. Also keine Angst, liebe Fans des deutschen Beitrags, Jendrik wird im Finale zu sehen und zu hören sein! Hate spürt er eh nicht (Hört hier rein in den deutschen Beitrag „I don’t feel hate“). Fun Fact: Die Regelung wurde 1996 eingeführt, als Deutschland nicht im Finale war und das der ESC finanziell doch zu spüren bekommen hat. Man merkt eben doch erst, was einem fehlt, wenn man es nicht mehr hat.

Falls es nicht schon angeklungen ist, wird der ESC 2021 gigantisch. Sogar ein kleines Live-Publikum darf dank eines strengen Hygiene-Konzepts in der Arena in Rotterdam mitfiebern und mitfeiern, denn es gibt so einige Gründe, sich auf den diesjährigen Contest zu freuen.

3 Reasons to be ecxited for the Eurovision Song Contest 2021:

Grund 1: Kommt Flo Rida? Kommt er nicht? San Marino schickt mit „Adrenalina“ einen Party-Hit ins Rennen, den niemand anderes als der berühmte Rapper Flo Rida begleitet und nun fragt sich die ganze Fan-Gemeinde, ob er in Rotterdam dabei sein wird. Senhit (die Sängerin des Beitrags) nimmt das Rätseln mit Humor und tritt bei den Proben mit einem Flo Rida-Altar als Maske auf und lässt die Fans weiter in Ungewissheit. Chancen auf den Sieg hat der wohlige Song für warme Sommerpartys trotzdem nicht, die TOP 10 sind aber definitiv drin. Und man muss Senhit lassen: Humor hat sie (oder das Produktionsteam).

Senhit und das Spiel mit Flo Rida

Grund 2: Eine neue Regel dürfte den ESC facettenreicher machen. Ab diesem Jahr sind Background-Vocals vom Band zulässig. Alle weiteren Stimmen müssen weiterhin live sein (Schade, sonst hätte das mit dem deutschen Beitrag von 2019 doch noch was werden können). Für elektronische Elemente in Songs und die Vielfalt im Allgemeinen hat die Regel definitiv Vorteile und gerade in der Pandemie-Situation ist der Verzicht auf Chöre sicherlich praktisch.

Grund 3: ESC 2021 – Das ist Empowerment! Gerade starke Frauen sind in diesem Jahr nicht unterrepräsentiert und machen die TOP 10 fast alleine unter sich aus. An dieser Stelle sind gerade die Beiträge aus Frankreich (derzeit bei den Wettbüros auf Platz 1), Malta, der Ukraine, Russland, Aserbaidschan (tatsächlich auch ein Song über die berühmte Spionin Mata Hari), Bulgarien, Zypern und Griechenland zu erwähnen. Also seid bereit für Female Empowerment und einen fantastischen Abend! Insgesamt ist der Eurovision Song Contest für seine Diversität und Offenheit bekannt und beliebt. Spätestens seit dem Sieg von Conchita Wurst 2014 ist das unverkennbar und nicht umsonst lautet das diesjährige Motto – ja, natürlich gibt es jedes Jahr ein Motto – „Open Up“

Und für alle, die nicht alleine schauen wollen: Auf eurovision.de gibt es extra ein Tool zum gemeinsamen Schauen mit Freunden. Für diese Idee gibt es 12 Punkte, denn der ESC verbindet und soll das auch in Zeiten von Quarantäne, Vorsicht und Isolation tun.

Laureen

Huhu, ich bin Laureen und studiere Internationale Beziehungen und Kommunikationswissenschaften hier in Erfurt. Medial begleiten mich hauptsächlich Podcasts über Politik und Zeitgeschehen und in einer ruhigen Minute schaue ich auch gerne in die Zeitung. Neben dem Studium bin ich selbsterklärte Expertin für medialen Gossip und den Eurovision Song Contest.