Homeoffice – Fluch oder Segen?
Bildquelle: pixabay.de, freie Lizenz

Homeoffice – Fluch oder Segen?

Die Bedeutung von Homeoffice nimmt – natürlich auch pandemiebedingt – zu. Doch nicht alle stehen dem Thema offen gegenüber. In diesem Beitrag möchte ich Vor- und Nachteile aus meiner Sicht aufzeigen, denn als Callcenteragentin bin auch ich im Homeoffice.

Zahlen Lockdowns

Im zweiten Quartal 2020 lag die Zahl der Menschen, die von zu Hause arbeiten, bei ca. 40 Prozent. Mittlerweile stieg sie auf 60 Prozent. Das ist auf Grund der steigenden Infektionszahlen und der Tatsache, dass wir unsere Kontakte reduzieren sollen auch verständlich. Nach der Pandemie wird die Zahl der Leute die von Zuhause arbeiten vermutlich zurückgehen, aber dennoch höher sein als vorher.

Laut einer Studie könnten es aktuell aber schon bis zu 80% sein, weshalb die Regierung ein Gesetz erlassen hat.

Allerdings scheint dieses Gesetz nur eine Handelsgrundlage für Arbeitgeber zu sein, denn es ist nicht geregelt, ob der Arbeitnehmer das Angebot Homeoffice auch annehmen muss.

Rechtliche Voraussetzungen

Als Callcenteragentin bin ich auch im Homeoffice. Zwar habe ich Ausrüstung (PC, Telefon, Headset) gestellt bekommen, aber die Telefonkosten musste ich selbst zahlen.

Wie die Kostenverteilung in Zukunft geregelt ist, steht ebenfalls noch nicht fest.

Vor – & Nachteile Arbeitnehmer

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass die Ablenkung zu Hause das größte Problem ist, dass haben mir auch Bekannte bestätigt.

Klar, Kontakte – beruflich und privat – sollen reduziert werden, doch ich bin der Ansicht, dass dieser Umstand mit dazu beigetragen hat, dass mein Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde.

Ein Vorteil ist, dass man flexibler ist. Aber da ich keine eigene Familie habe, hat Homeoffice für mich ehrlich gesagt nur Nachteile. Denn ich lasse mich sehr leicht ablenken und da ich in meinem Zimmer arbeite, sind dort Fernseher und andere Dinge immer präsent.

Zwar haben mir meine Kollegen*innen gefehlt, aber da wir ein Messengersystem (wir können also kurze Nachrichten schreiben) haben, hatte ich wenigstens „Kontakt“ mit den Vorgesetzten.

Eine Sache, die in der Diskussion immer wieder für Ärger sorgt, ist die Frage der Technik. Bei mir hat es jedoch relativ gut geklappt,  mein Internet war nur einmal weg. Allerdings wurden bei uns im Haus Bohrarbeiten gemacht, was das Arbeiten an manchen Tagen sehr störte.

Vor-& Nachteile & Ängste Arbeitgeber

Für meinen Arbeitgeber hatte es viele Vorteile, denn wir haben eine digitale Zeiterfassung, die Arbeits-sowie Pausenzeiten erfasst, womit er kontrollieren konnte ob ich tatsächlich gearbeitet habe. Auch bin ich relativ „nervig“ und stehe bei jedem Problem im Büro meiner Vorgesetzten, was jetzt ebenso wegfiel.

Einen großen Nachteil sehe ich darin, dass er die Miete für die Büroräume trotzdem weiterzahlen muss, falls einige nach der Pandemie zurück ins Büro wollen.

Da in meinem Arbeitsvertrag sowieso die Möglichkeit auf Homeoffice besteht, musste mein Vertrag nicht geändert werden.

Meine Vorgesetzten hatten aber die völlig unbegründete Angst, dass ich ganz alleine überfordert bin, da ich im Homeoffice niemand fragen kann.

Fazit: Klar, unter den jetzigen Bedingungen ist Homeoffice sinnvoll. Aber für mich persönlich hat es nur Nachteile.

Wer sich noch ausführlicher mit diesem Thema beschäftigen will, kann dies gern hier tun: haufe.de

Madleen

Ich bin Madleen, 24 und komme aus Magdeburg. In meiner Freizeit bin ich neben Schreiben sehr gern in der Natur und lese viel.